Humanitäre Cuba Hilfe e.V.  
Medizinische Hilfslieferungen, humanitäre, kulturelle und politische Projekte, Informationsarbeit

www.hch-ev.de

HCH: Humanitäre Cuba Hilfe
- ein Stück menschlicher Solidarität jenseits politischen Kalküls und ideologischer Starre, Begegnungen zwischen Menschen -


Cubanischer Oldtimer Cubanische Kinder spielen Schach Saxophonspieler auf Cuba Cubanische Hausansicht Aufforderung das Embargo zu stoppen


Über den HCH e.V.

Im Dezember 1995 beschlossen Ärzte aus Bochum und Nachbarstädten zusammen mit anderen Bürgern aus ganz verschiedenen Berufen die Gründung des Vereines "Humanitäre Cubahilfe - HCH"

En dicembre de 1995 decidieron medicos de Bochum y ciudades vecinas juntos con ciudadanos de diferentes profesiones la fundación de la asociación „ Humanitäre Cubahilfe -HCH" - ayuda humanitaria a Cuba - un club que según su reglamento prosigue puramente objectivos humanitarios.

Hier finden Sie weitere Informationen ...

  1. Wir über uns (diese Seite,  siehe unten)
    1. Einführung
    2. Unsere Projekte und Bilanzen
    3. Kubanische Besonderheiten
    4. Beispiele des kubanischen Internationalismus
    5. Warum gerade Cuba?
    6. Die Dinge sind auch bei der HCH im Fluss
    7. Neue Schwerpunkte
    8. Schliesslich ...
  2. Sobre Nosotros (für unsere Cubanischen Freunde)
  3. Satzung des Vereins
  4. Mitgliedsantrag (pdf-Datei)
  5. Mitglieder des Vorstandes
  6. Presseerklärung der HCH vom 02.02.2004 zum 50. Container (Word doc-Datei)
  7. Presseerklärung der HCH zum 10 jährigen Jubiläum im Januar 2006:
    10 Jahre Humanitäre Cuba Hilfe (Word-Datei)
  8. HCH Cuba Info 1/2009, Download der  Infopost 1-09 (Word-Datei) mit interessanten Informationen und vielen Fotos (Dateigröße ca. 5,9 MB)
  9. Rechenschaftsbericht 2015 (PDF-Datei)

 

Wir über uns

EINFÜHRUNG

Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten Mittel- und Osteuropas kam es auch in Kuba in den 1990er Jahren zu einer erheblichen Wirtschafts- und Versorgungskrise, die sich tief in den medizinischen Bereich hinein auswirkte, die „período especial“.
Bei Besuchen vor Ort wurde rasch klar, dass die bisherigen individuellen Hilfslieferungen nur ein Tropfen auf dem berühmten heißen Stein waren, dass der Mangel an medizinischen Geräten, Medikamenten und anderen humanitären Hilfsgütern immens war. Viele Patienten mussten nicht zuletzt auch wegen der bis heute anhaltenden inhumanen und völkerrechtswidrigen Blockade der USA unnötig leiden, eine wieder zunehmende Zahl an Kranken starb mangels Behandlungsmöglichkeiten an Infektionen, an Herz-Kreislauferkrankungen, an Asthma, an heilbaren Krebserkrankungen etc. Besonders Kinder, Schwangere und ältere Menschen waren betroffen.
 
Aus diesem Grunde beschlossen Ärzte aus Bochum und Nachbarstädten zusammen mit anderen Bürgern aus ganz verschiedenen Berufen im Januar 1996 die Gründung des Vereines "Humanitäre Cuba Hilfe – HCH e. V.“.
Seit Februar 1996 ist die HCH ein eingetragener Verein und als gemeinnützig und mildtätig anerkannt.

UNSERE PROJEKTE UND BILANZEN

Durch unermüdlichen Einsatz der über 100 Vereinsmitglieder und vieler HCH-Freunde gelang es in bisher 100 großen Überseecontainern erhebliche Mengen an medizinischen Bedarfsgütern nach Kuba zu bringen. 100 40-Fuß-Container haben eine Länge von 1200 Metern ! Unter den Spenden waren eine große Zahl von Röntgengeräten, EKG-, EEG-, Lungenfunktions-, Narkose-, Beatmungs- und Sauerstoffgeräten, Inkubatoren für Frühgeburten, mehr als 1000 Krankenhausbetten, Matratzen und Nachttischchen, Op-Tische und -lampen, Endoskope, mehr als 80 Dialysegeräte mit umfangreichem Zubehör, darunter 3 große Wasseraufbereitungsanlagen, mehr als 20 Ultraschallgeräte, umfangreiches chirurgisches OP- Besteck, OP-Einrichtungen, darunter 2 komplette minimal-invasive OP-Einheiten, Laborgeräte, die verschiedensten medizinischen Verbrauchsartikel, Sterilisatoren, ca. 600 Rollstühle,1000 Toilettenstühle, knapp 1800 Rollatoren, 3000 Gehstützen, mehr als 500.000 Brillen, viele Hörgeräte, 2 große Edelstahlgroßküchen, darunter die Mensaküche der Uni Bochum 2004; ferner PKW`s, Kranken-, Rettungswagen und Minibusse, Haushaltsartikel, Schreibmaschinen, Bürobedarf jeder Art, zahlreiche Computeranlagen, Tonnen von Textilien, OP- und Bettwäsche, Körperpflege- und Reinigungsmittel und vieles andere mehr.
 
Daneben wurden durch gezielte Geldspenden vor Ort ein Schulungszentrum für behinderte Kinder und eine Begegnungs- und Schulungsstätte für Schwerhörige und Taube in Eigenleistung durch die Betroffenen, Eltern und Betreuer selbst wieder hergestellt und ein Waisenhaus renoviert.
 
Bisher realisierten wir mit Hilfe des Entwicklungshilfeministeriums (BMZ) zwei, mit der Stadt Bochum, der Stadt Dortmund und mit dem Land NRW je drei, mit der deutschen Botschaft in Havanna zwei und mit der GTZ (GIZ, EG) über 20 Kuba-Projekte, meist mit 25 % iger Eigenbeteiligung. Unser letztes Projekt mit dem BMZ war ein umfangreiches gynäk. geburtshilfliches Projekt mit einer Projektsumme von über 100.000 Euro.

Mit Hilfe des Landes NRW richteten wir eine Rehaabteilung in der Kinderklinik in Holguin (30.000 Euro), eine komplette Beschäftigungstherapie im Psychiatrischen Hospital in Pinar del Rio und ein Entbindungszimmer im Hospital in Banes ein. Und wir rüsteten das Hygieneinstitut und Umweltamt in Holguin auf. Mit zusätzlicher Hilfe der Deutschen Botschaft in Havanna führten wir den Bau und die Einrichtung einer Diabetes-Schwerpunkt-Poliklinik in Cardenas nach internationalem Standard und die Ausrüstung einer Endoskopie in Pinar del Rio für die Darmkrebsfrüherkennung aus.
2003 begannen wir zusammen mit der Welt-Diabetes-Stiftung und der spanischen Stiftung "Fundación para la Diabetes" mit der Erweiterung und Verstärkung des landesweiten Netzes von Zentren zur Betreuung und Schulung von Personen mit Diabetes mit einer Projektsumme von über 300.000 €. Das Projekt ist inzwischen abge-schlossen. Weitere Projekte siehe www.hch-ev.de

1999 erhielt die HCH als erste ausländische Organisation wegen ihrer kontinuierlichen Hilfslieferungen in schwierigen Zeiten die höchste Auszeichnung der Provinz Holguin, das „Hacha“ von Holguin.

Kubanische Besonderheiten:

Ausgebildetes Personal für all diese Projekte hat die Insel mehr als genug dank des großen Reichtums an gut ausgebildeten Menschen.
 Die Kindersterblichkeit in Kuba ist geringer als in den USA und nur halb so hoch wie die der Farbigen dort und das bei einem finanziellen Input von nur 5% des Etats des großen Bruder im Norden. Das Zauberwort heißt in allen Bereichen Prävention, Patientennähe und die weltweit grösste Arztdichte.

Beispiele des kubanischen Internationalismus:

  • Derzeit sind über 50.000 kubanische medizinische Spezialisten in 68 Ländern im Einsatz. Tausende von Lehrern und Ingenieuren sind weltweit in humanitären „Missionen“ tätig, v. a. in Süd- und Mittelamerika, aber auch in Asien und Afrika.
  • In den Erdbebengebieten Pakistans stellte Kuba 2006 mit über 2.000 medizinischen Fachkräften und über 30 Lazaretten mit Abstand das größte ausländische Hilfskontingent.
  • Und auch in Haiti nach dem Erdbeben und bei der Bekämpfung der Cholera half Kuba bisher am wirksamsten.
  • Über 20.000 junge Menschen aus armen Ländern studieren derzeit überwiegend kostenlos auf Kuba, ca. 16.000 an der Internationalen Medizinhochschule in Havanna. Über 26 000 Studenten aus 123 Ländern machten dort bereits ihren Abschluss und kehrten dann in ihre Heimatländer zurück, wo sie dringend gebraucht werden.
  • 25 000 Tschernobylopfer wurden seit 1990 bis heute auf der Insel kostenlos medizinisch betreut, v.a. Kinder.
  • Etwa 6 Millionen armen Lateinamerikanern, Afrikanern und Asiaten wurden in den letzten Jahren durch kostenlose Augenoperationen (operación milagro - v. a. grauer Star) das Sehvermögen zurückgegeben.
  • Internationale Aufmerksamkeit erregte Kubas massiver Einsatz in Westafrika im Kampf gegen Ebola 2014/2015 mit exzellenten Ergebnissen. Selbst die New York Times war des Lobes voll. Keine andere Nation half mehr. Um über diesen Einsatz und Kubas medizinischen Internationalismus zu berichten, wird die HCH 2016 eine erneute Rundreise mit einem im Entwicklungsdienst tätigen kubanischen Arzt in der BRD durchführen. Eine Station wird Bochum sein.

Fazit: Kuba gibt also stets von dem wenigen, was es hat, reichlich ab, während wir - auf der Speckseite der Welt – meist nur von dem abgeben, was wir übrig haben.
Für die Menschen auf Kuba bedeutet diese humanitäre Ausrichtung, Opfer zu bringen und eine langsamere wirtschaftliche Erholung und manchen Mangel in Kauf zu nehmen. Durch unsere Tätigkeit können wir dieser Insel und ihren Menschen in einer immer noch schwierigen wirtschaftlichen und politischen Phase helfen und ihnen einen kleinen Teil der Solidarität und Hilfe zurückgeben, die sie in viel umfangreicherer Form seit nunmehr 50 Jahren durch den Einsatz eigener wichtiger Ressourcen weniger entwickelten Ländern und Menschen in Not zur Verfügung stellten und immer noch stellen. Und wir können das internationale Schweigen, die Lügen und die Desinformation mit unseren Informationen und Aktivitäten durchbrechen und demaskieren und so die Dinge vom Kopf wieder auf die Beine stellen.

WARUM GERADE KUBA?

In der Gründungsphase der HCH durchlief Kuba nach Wegfall der sozialistischen Handelspartner wie oben schon kurz beschrieben eine schwere Versorgungskrise auch im medizinischen Sektor. Hier Menschen in Not zu helfen und ihre manchmal verzweifelten Helfer nicht allein zu lassen, war für uns oberstes Gebot. Ideologische Aspekte stehen bei uns weder in der Satzung noch sind sie Teil unseres Selbstverständnisses. Dass man bei dieser Arbeit zwangsläufig auf viele Ungerechtigkeiten und Problemzonen im Verhältnis der reichen Industrieländer zu den sogenannten Dritte-Welt-Staaten stößt und dies den eigenen politischen Standort durchaus beeinflussen kann, soll hierbei nicht unerwähnt bleiben. Und spätestens dann merkt man, dass zur humanitären Arbeit der politischen Bereich unbedingt dazu gehört.

Die Dinge sind auch bei der HCH im Fluss

Zwischenzeitlich hatte sich eine Gruppierung in der HCH, gebildet, die 2011/12 dann mit ApaMali einen eigenen Verein gründete. Medizinisches Equipment ging noch in Verantwortung der HCH seit 2007 in zehn 40-Fuß-Containern nach Mali auf die Reise. Inzwischen gibt es dank ApaMali dort medizinische, Schul-, Brunnen- und andere Projekte. Nach wie vor bestehen ausgezeichnete Kontakte zu den FreundInnen von ApaMali.
 
Die Kubaner waren bereits vor uns in Mali gewesen und in anderen Ländern des Kontinents. So haben sie z.B. im angolanischen Befreiungskrieg durch ihren erfolgreichen militärischen Einsatz dazu beigetragen, dem Land die Unabhängigkeit zu bringen, Nelson Mandela die Freiheit und dem Süden Afrikas ein Ende der Apartheid. Sie haben das Land nicht ausgeplündert, nicht kolonialisiert und keine Statthalter ernannt. Sie sind abgezogen ohne Reichtümer, nur mit ihren ca. 3000 Toten im Gepäck.
 
Die Zeiten haben sich in vielen Aspekten geändert: Kuba ist schon lange nur noch humanitär unterwegs- und zwar weltweit und erheblich, v.a. im medizinischen und im Bildungsbereich (Alphabetisierungsprogramme, Gründung von Fakultäten, Dozententätigkeit u.a.m.).
Über all dies erfahren die Menschen bei uns leider kaum etwas. Es wird weder durch unsere Medien gewürdigt noch durch die Politik. Denn dieser tief humanitäre Ansatz könnte ja auch bei uns Schule machen und unsere individualistische Ellbogengesellschaft, unsere „marktkonforme Demokratie“ und die Dominanz der Finanzmärkte in Frage stellen.
 
Die Jahrhunderthurrikans 2008 Ike und Gustavo haben für Kuba erhebliche Schäden von etwa 10 Milliarden Dollar verursacht und das Land wieder um Jahre zurückgeworfen. Deshalb benötigte Kuba zwischenzeitlich wieder vermehrt unsere Hilfe. Neben der materiellen Hilfe (Container mit medizinischen Hilfsmitteln) spendete die HCH 10.000€. Wir unterstützten auch die großartige Arbeit der kubanische Ärzte in Haiti nach dem furchtbaren Erdbeben mit Geldspenden. 11.500 € wurden bisher überwiesen.
Die Kubaner sind inzwischen dazu übergegangen, sich medizinisches Equipment von ausgesuchten Herstellern neu zu kaufen, um eine größere Nachhaltigkeit zu erreichen (Gerätelaufzeiten, Garantien, Ersatzteile, Reparaturen) und so auch Abhängigkeiten abzubauen. Damit ist unsere Beschaffungs- und Containertätigkeit bis auf wenige Ausnahmen der punktuellen ergänzenden Unterstützung in Kuba nicht mehr nötig, letztlich eine sehr positive Entwicklung.  

NEUE SCHWERPUNKTE

  • Mitgliedschaft und Engagement bei MediCuba Europa medicuba-europa.org/es/
  • Humanitäre Zusammenarbeit mit dem Büro von Eusebio Leal in Althavanna
  • Unterstützung einer Grundschule und eines Kindergartens in Havanna im Stadtteil Playa
  • Ferner stärkere Betonung des politischen Ansatzes, mehr Veranstaltungen, mehr Informationsarbeit zu Kuba. Mitarbeit im Netzwerk-Cuba-Vorstand. Organisation von Rundreisen mit kubanischen Persönlichkeiten in der BRD.
  • Im soziokulturellen Bereich: Themenreisen nach Kuba 2013 und 2014 ( Stadtentwicklung in Havanna, Bildungs- und Gesundheitssystem, Landwirtschaft u.a.m.); ein Wandmalprojekt in Havanna 2012; jährliche kubanische Filmfestivals („cine cubano“) in Bochum 2012 - 2014; 2 Theateraufführungen 2012 und 2013 ( Der Fall der Miami 5 und Enzensbergers „Das Verhör von Havanna“); Schulprojekte in Bochum und Dortmund 2011 und 2012; Ausrichtung der Fiesta Moncada in Bochum 2012 und 2013; Vorbereitung eines deutsch-kubanischen Wandmalprojektes 2016 in Bochum in Zusammenarbeit mit dem Eine Welt Netz NRW

Außerdem:

  • Solidarität mit Griechenland und Unterstützung der Hellas-Solidarität Bochum
  • Medizinische Betreuung von Flüchtlingen
  • Ebenso wichtig ist uns der Ausbau von Kontakten und Kooperationen mit anderen Kubagruppen ( Netzwerk Cuba e.V., regionale und europäische Vernetzung) sowie zu lokalen sozialen, friedensorientierten, antifaschistischen Bewegungen, also eine größere Vernetzung.

SCHLIESSLICH ...


Ich darf noch einmal darauf hinweisen, daß alle HCH-Mitglieder ehrenamtlich arbeiten und weder für Arbeitszeiten noch für Transporte, Sprit, Reisen, Verwaltungstätigkeiten etc. finanziell entschädigt werden. Fast immer zahlt der aktive Kern aus eigener Tasche auch noch Post-, Fax- und Telefongebühren, Trinkgelder etc. Wir tun dies gerne für den Erfolg unserer Arbeit und natürlich auch um unser HCH-Konto zu schonen. Ich glaube, man kann sagen, daß  Ihre Spenden und Beiträge zu 100 % , vielleicht  sogar zu 110 % rein humanitären Zwecken dienen.
 

Wir können als anerkannter mildtätiger Verein auch Spendenquittungen ausstellen.
Diese sind bis 10% des Jahreseinkommens absetzbar,
statt bis 5% wie bei gemeinnützigen Vereinen

Bochum, im Januar 2016
Ihr / Euer Klaus Piel
  

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