Humanitäre Cuba Hilfe e.V.  
Medizinische Hilfslieferungen, humanitäre, kulturelle und politische Projekte, Informationsarbeit

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HCH: Humanitäre Cuba Hilfe
- ein Stück menschlicher Solidarität jenseits politischen Kalküls und ideologischer Starre, Begegnungen zwischen Menschen -


Cubanischer Oldtimer Cubanische Kinder spielen Schach Saxophonspieler auf Cuba Cubanische Hausansicht Aufforderung das Embargo zu stoppen


EINIGE WICHTIGE POLITISCHE STRUKTUREN

Nationalflagge

Cuba FahneDer weiße Stern auf rotem Untergrund versinnbildlicht Cuba; seine 3 großen Regionen Occidente (Westen), Centro (Mitte) und Oriente (Osten) werden durch die 3 blauen Streifen symbolisiert.

An jedem Morgen, wenn die Schüler der cubanischen Schulen mit patriotischen und ideologischen Appellen den Tag beginnen, ist das Hissen des Banners Kernstück des Zeremoniells. Folgende Regeln sind hierbei mit Akribie einzuhalten: 1. Die Flagge darf nicht vor Sonnenaufgang gehisst und nicht nach Sonnenuntergang eingeholt werden. 2. Sie darf weder Boden noch Wasser berühren. 3. Der Stern (estrella) muss mit einem Zacken nach oben mit zwei nach unten zeigen. 4. Mit ausländischen Fahnen muss die cubanische immer vorn, rechts oder in der Mitte geführt werden, am gleichen Mast immer ganz oben wehen.

Nationalhymne "La Bayamesa"

Ersonnen von dem cubanischen Patrioten und Rechtsanwalt Pedro Figueredo Cisneros, wurde die Hymne erstmal 1868 in Bayamo im beginnenden Kampf gegen die Kolonialmacht Spanien gesungen:
Auf zum Kampf, Bayamesen!
Das Vaterland wird stolz auf Euch sein.
Fürchtet nicht ruhmreichen Tod,
für das Vaterland sterben heißt leben.
In Ketten zu leben ist ein Leben in Schande und Unterwerfung.
Hört den hellen Ruf der Trompeten!
Ihr Tapferen, eilt zu den Waffen!

CDR* Comites de Defensa de la Revolucion (Kommitees zur Verteidigung der Revolution)


Bereits unmittelbar nach der Unabhängigkeit 1959 musste sich die Insel gegen zahlreiche Attentate und Sabotageanschläge von Exilcubanern und des CIA schützen. Nach zahlreichen Bombenanschlägen 1960 propagierte der maximo leader Fidel Castro die organisierte Selbstverteidigung, Block für Block.: "Wir schlagen zurück", sagte Fidel, "jede Bombe wird mit einem neuen Krankenhaus, jeder Mord mit einer Schule, jedes Attentat mit einem Kindergarten beantwortet. "In allen Häuserblocks wurden jetzt die "Komitees zur Verteidigung der Revolution" eingerichtet: noch heute schieben sie von 22 -1 Uhr im ganzen Land Wache. Ihre Feuerprobe lieferten die CDR`s schon acht Monate nach ihrer Gründung. Die Schweinebucht-Invasion wurde nicht zuletzt durch die Hilfe der cederistas zurückgeschlagen. Später mit Abebben der Sabotagegefahr wurden die CDR`s Mädchen für alles: Sammeln von Blutspenden, Überwachung des Schulbesuches, Impfaktionen, Verteilung der Lebensmittelrationen, Kulturprogramme, Kinderfeste, Karneval. Dieses Kapillarsystem des cubanischen Kreislaufes weist inzwischen mehr als 7,5 Millionen Mitglieder auf. Versammlungen (asembleas) werden oft- für den Besucher unvergesslich- auf offener Straße abgehalten.

FMC Federación de mujeres cubanas(Verband cubanischer Frauen)

1960 gegründet verfolgt der Verband 2 Hauptziele: 1. Emanzipation der cubanischen Frau in einer traditionell stark männlich bestimmten, aber im häuslichen Bereich nahezu ausschließlich von Frauen versorgten Gesellschaft. 2. Eingliederung in die sozialistische Produktionsgesellschaft.
Viel ist schon erreicht worden: Per Gesetz haben Männer und Frauen im Haushalt gleiche Pflichten.Weit über 90 Prozent der Kinder werden in Kliniken geboren. Voll bezahlten Schwangerschaftsurlaub gibt es 6 Wochen vor der Geburt bis 3 Monate nach der Geburt: kostenlose Vorsorgeuntersuchungen und monatliche ärztliche Untersuchungen arbeitender Frauen werden durchgeführt. Auch ein Schwangerschaftsabbruch ist auf Wunsch ohne Probleme möglich. Babys, die älter als 45 Tage sind, können in Krippen untergebracht werden. Kindern ab 3 Jahren stehen Kindergärten offen. Es gibt auch ein ausreichendes Angebot für Kinder mit Behinderungen mit einem für westliche Verhältnisse unglaublichen personellen Aufwand. Allerdings hat die Frau in der Arbeitswelt noch ein generell niedrigeres Qualifikationsniveau. Auch in den Führungspositionen der Partei sind Frauen weit unterrepräsentiert. Immerhin stellen die Frauen 39 Prozent aller Berufstätigen- die höchste Quote für Lateinamerika.

FAR Fuerzas armadas revolucionarias (Revolutionäre Streitkräfte)

Die regulären cubanischen Streitkräfte mit ihren olivgrünen Uniformen gingen 1961 aus der Rebellenarmee hervor und erhielten einen entsprechend großen Einfluss auf die Politik.
Fidel Castro ist nach wie vor Oberkommandeur, sein Bruder Raúl Verteidigungsminister.
1963 wurde die allgemeine 3jährige Wehrpflicht für Männer von 17-45 Jahren eingeführt; Frauen von 17-35 Jahren können freiwillig dienen. Die Truppenstärke wird auf 180.000 Mann/Frau Heer, 15.000 Mann/Frau Luftwaffe und 10.000 Mann/Frau Marine geschätzt.

Milizen

Cubaner im wehrpflichtigen Alter können den Milicias Populares angehören, nach dem 45. Lebensjahr der Defensa Civil. Sie trainieren nach der Arbeit und in ihrer Freizeit.
1980 entstand in einer Atmosphäre der Spannungen mit den USA eine neue Milizorganisation, die Territorialmilizen (milicias de tropas territoriales), mit Frauenbataillonen in jeder Provinz (1986:1,5 Millionen Mitglieder).

Poder popular- die Volksmacht

Die 14 Provinzvertretungen und die cubanische Nationalversammlung werden nicht mehr direkt sondern von den Kreisdelegierten gewählt

Die Partei- PCC- Partido communista de Cuba

Der Aspirant muss ein lebendes Beispiel eines revolutionären Modellmenschen sein, eine makellose Weste- auch für die Zeit vor der Revolution vorweisen können. Erst mit 3o Jahren kann man Mitglied werden nach einer langen Bewährungszeit, also im Klartext nach Übersoll, freiwilliger Mehrarbeit, Fortbildung und nach einer gründlichen Überprüfung. Viele Cubaner erfüllen diese strengen Anforderungen nicht. 612.000 Mitglieder von 6,5 Millionen erwachsenen Cubanern sprechen eine deutliche Sprache. Das Mitglied (militante) kann sich dann auch nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Tadelloser Lebenswandel ist weiterhin Pflicht. Die Partei ist auf Kreis-, Provinz- und Nationalebene die lenkende Kraft Cubas. Die wichtigsten Posten sind mit militantes besetzt. Jeder Betrieb hat seine Parteizelle, deren Mitglieder sich in regelmäßigen Abständen treffen und sich mit Gewerkschaft und Management abstimmen. Viele Cuba-Kritiker halten aber gerade diese militantes, die auf allen Entscheidungsebenen präsent sind, aber auch häufig nicht den notwendigen Sachverstand haben, für den entscheidenden Sand im Getriebe der kubanischen Wirtschaft, für einen Garanten der Ineffizienz.