Humanitäre Cuba Hilfe e.V.  
Medizinische Hilfslieferungen, humanitäre, kulturelle und politische Projekte, Informationsarbeit

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HCH: Humanitäre Cuba Hilfe
- ein Stück menschlicher Solidarität jenseits politischen Kalküls und ideologischer Starre, Begegnungen zwischen Menschen -


Cubanischer Oldtimer Cubanische Kinder spielen Schach Saxophonspieler auf Cuba Cubanische Hausansicht Aufforderung das Embargo zu stoppen


Das BANES Projekt

Förderung eines Landkrankenhauses, einer Mutter-Kind-Klinik, von Familienarztpraxen und des Krankentransportes im Municipo Banes.


Zusammenfassung

Auch in den Jahren 2000/2001 konnten wir durch Fördermittel des Landes NRW der Mutter Kind-Klinik in Banes einen neuen Entbindungsraum mit 2 Entbindungsbetten, einer OP-Lampe und einer Säuglingsreanimationseinheit einrichten und zahlreiches weiteres medizinische Gerät, Einrichtungen und medizinische Artikel der Klinik zur Verfügung stellen.


In der Folgezeit wurde das Banesprojekt von etlichen HCH- Mitgliedern besucht, die meistens auch dringend benötigte Ersatzteile und auch neue Geräte ( Ultraschall, EKG, chirurgische Instrumente, Batterien...) mitbrachten. Manche Probleme im Bereich der Medizintechnik konnten von unserem Medizintechniker Aki Rudolf gelöst werden.

Derzeit bemühen wir uns um eine kostengünstige Beschaffung eines dringend benötigten Notstromaggregats für das Krankenhaus und eine zentrale Gas-Druckluftversorgung. Für Hilfestellungen in diesen Bereichen wären wir dankbar.

Vorgeschichte

1999 stellte uns der Gesundheitsminister der Provinz Holguin Dr. Alfredo als eines seiner größten Probleme die Neuausstattung des geplanten Krankenhauses im Municipio Banes vor. Das zur Verfügung stehende Geld reiche gerade mal für den Neubau und die Infrastruktur, eine Neuanschaffung von Betten, medizinischen Geräten und Einrichtungen sei nicht mehr möglich, so dass man zwangsweise die alten maroden Geräte und Einrichtungen aus dem alten Krankenhaus wohl übernehmen müsse, für ihn eine schreckliche Vorstellung.

Die HCH hat daraufhin ihren ersten Projektantrag beim BMZ ( Entwicklungshilfeministerium) gestellt über 100.000 DM; von dieser Summe musste ein Viertel, also 25.000 DM aus Eigenmitteln bestritten werden.

PROJEKT:
Verbesserung der medizinischen Grundversorgung im Distrikt Banes”, Cuba
“Mejoramiento de la Atención Medica en el Municipio Banes” , Cuba.

Von den 135 Familienarztpraxen - so die Auskunft des regionalen Verantwortlichen des Gesundheitsministeriums ( Minsap) Dr. Victor Gonzáles Pérez - sind 25 mangelhaft bis sehr mangelhaft ausgerüstet. Im Idealfall stehen knapp ausreichende Materialien für die kleine Wundversorgung zur Verfügung, chirurgisches Besteck, eine Untersuchungsliege mit der Möglichkeit der gynäkologischen Untersuchung (Spekula), ein kleiner Sterilisator, ein Stethoskop, ein Blutdruckgerät, ein kleiner Ohrenspiegel/ Mundleuchte... . Zusammen mit einer Krankenschwester betreut ein Familienarzt jeweils 100-120 Familien in seinem Wohnbezirk. Dabei sind Arztwohnung und Praxis in der Regel im gleichen Haus untergebracht. Zu seinen Aufgaben gehören neben der täglichen Gesundheitsfürsorge die Schwangeren-, Kleinkind- sowie Altenbetreuung, Impfprogramme, Schulungen ( Ernährung, Sexualität, Infektionskunde, Schwangerschaftsverhütung, ....).

Weiter gibt es im Municipio Banes ein Mutter-Kind-Krankenhaus mit 120 Betten, 3 kleine ähnliche Einheiten in der Peripherie mit insgesamt 44 Betten sowie ein Altenheim mit 154 Betten.


Entwicklungspolitische Begründung

Die medizinische Versorgung in der Region Banes ist äußerst unzureichend. Es existiert nur ein Krankenhaus der Grundversorgung mit derzeit 88 Betten in einem alten maroden Holzgebäude mit einer vorsintflutlichen Einrichtung, soweit überhaupt vorhanden. Ein Teil des alten Hospitals ist wegen akuter Einsturzgefahr ( alte Holzkonstruktion) zwischenzeitlich gesperrt worden. Auch ist die Brandgefahr sehr hoch

Auf Initiative der Ärzte und Schwestern sowie des örtlichen Gemeinderats entsteht jetzt ein vom Staat finanzierter Neubau mit 130 Betten in der Stadt Banes. Geld für medizintechnische Ausrüstung ist nicht vorhanden, es soll mit der alten Ausrüstung, soweit überhaupt noch benutzbar, weitergearbeitet werden.

In der gesamten Region gibt es 2 uralte häufig defekte Krankenwagen und einen ebenso alten wie unzuverlässigen Dienst-PKW v.a. für den Transport der Ärzte zu Notoperationen. Transporte stellen hier ein Riesenproblem dar. Die nächsten weiterspezialisierten Kliniken liegen in der 90 km entfernten Provinzhauptstadt Holguin. Transporte werden nicht selten mit LKW oder PKW durchgeführt und sind teilweise erst nach einigen Tagen unter schwierigen Bedingungen durchführbar.

Das Projekt konnte wie geplant durchgeführt werden.

Das angestrebte Projektziel , nämlich zur Verbesserung der medizinischen Grundversorgung im Bezirk Banes beizutragen , ist in vollem Umfang erreicht worden. Der enge Kontakt mit unseren cubanischen Partnern ermöglichte einen sehr zielgerichteten Mitteleinsatz. Durch den Kauf des Krankenwagens hat sich die Transportsituation wesentlich verbessert, Notaufnahme und Notfall-Op können jetzt auf einem vernünftigen Standard arbeiten. Durch den Neubau des Hospitals, der von den Cubanern selbst finanziert wurde, sind auch die entsprechenden baulichen Gegebenheiten geschaffen worden.

Die Situation der Notfallversorgung in den weiter entfernt liegenden Familienpraxen/ Erste- Hilfe-posten konnte nur zum Teil verbessert werden. Bei den ursprünglichen Planungen war die Ausrüstung von 25 Familienpraxen vorgesehen gewesen. Das Geld reichte aber nur für 9 gut ausgestattete Notfalltaschen. Ein Antrag auf Mittelaufstockung war ihrerseits abgelehnt worden. Nach Rücksprache mit unseren cubanischen Partner wurde entschieden lieber 9 Stationen mit einer ordentlichen Grundversorgung zu versehen , als nach dem Gießkannenprinzip allen 25 etwas zu geben. So wurde die 9 Notfalltaschen besorgt, die leicht sind und vom Beatmungsbeutel über Laryngoskop, Augen-Nasen- und Ohrenspiegel bis zum leeren Ampullenetui und Stethoskop usw. alles Notwendige enthielten , um fern von Transportmöglichkeiten noch eine Grund- und Notfallversorgung zu gewährleisten.