PROJEKT
19. Fiesta Moncada am
22.07.2012 in
Bochum
Wir, die Bochumer Humanitäre Cubahilfe (HCH e.V.) freuen uns,
dieses Jahr die Fiesta bei uns im Herzen des Ruhrgebiets austragen
zu dürfen.
Wir stecken mitten in den Planungen.
Details zur
Fiesta Moncada 2012 hier ...
PROJEKT anlässlich des verheerenden
Erdbebens auf Haiti: Cuba
hilft Haiti
Angesichts des Leids auf Haiti hilft Cuba wie immer in solchen
Situationen nach allen Kräften. Unter großem Einsatz helfen
cubanische Ärzte und andere Helfer wo sie können.
Wir helfen Cuba helfen mit unseren Spenden für den weiteren
effektiven und nachhaltigen Einsatz cubanischer Ärzte in Haiti.
WIE Sie HELFEN können, lesen Sie hier ...
Konstruierte Argumente
Die
aktuelle Kampagne gegen das sozialistische Kuba folgt einem bekannten
Schema.
Um Menschenrechte geht es der EU dabei nicht
Von Harald Neuber
Man könnte hinter der aktuellen Kampagne gegen
die sozialistische Regierung in Kuba eine versteckte Regel vermuten:
Seit Mitte der 1990er Jahre kommt es alle sieben Jahre zu einem Skandal,
der in einer weiteren Zuspitzung der ohnehin belasteten Beziehungen
Havannas mit den USA und der Europäischen Union führt. Alle sieben Jahre
läuft der Konflikt nach dem gleichen Schema ab: Sobald es zu einer
Annäherung Kubas an die USA oder die EU kommt, provozieren
regierungsfeindliche Gruppen einen Skandal.
1996 drang die
militante Exilorganisation „Hermanos al Rescate“ trotz wiederholter
Warnungen in den kubanischen Luftraum ein, bis zwei Cessna-Flugzeuge von
der Luftwaffe abgeschossen wurden. Die US-Regierung, damals unter
William „Bill“ Clinton, brach die laufenden Gespräche mit der
kubanischen Führung ab und verschärfte die Blockade. Der ultrarechte
spanische Ministerpräsident José Maria Aznar nutzte die Gunst der
Stunde, um die so genannte Gemeinsame Position der EU gegen Kuba
durchzusetzen. Sieben Jahre später, 2003, war das Klima zumindest zur EU
entspannter. Diesmal war es die US-Führung, die eine Zuspitzung
herbeiführte. Im Rahmen des beginnenden „Krieges gegen den Terror“ wurde
auch Kuba unverhohlen bedroht. Die Aussetzung eines unter Clinton
ausgehandelten Abkommens zur Ausstellung von Visa für die USA sorgte
zudem für Unruhe auf der Insel. Eine Folge: Mehrere kubanische Bürger
versuchten illegal in die USA zu gelangen. Flugzeug- und
Schiffsentführungen waren die Folge. Drei Kidnapper einer Fähre wurden
zum Tode verurteilt. Wieder einmal stand Kuba am Pranger, eine
Normalisierung der Beziehungen war nunmehr undenkbar.
Im Jahr
2010 heißt der Skandal Orlando Zapata Tamayo. Der wegen strafrechtlicher
Vergehen verurteilte Häftling hatte sich im Gefängnis als politischer
Aktivist inszeniert. Von regierungsfeindlichen Gruppen motiviert trat er
Ende 2009 in einen Hungerstreik, an dessen Folgen er am 23. Februar
dieses Jahres verstarb. Es fällt schwer, an einen Zufall zu glauben. Zu
Jahresbeginn hatte die sozialdemokratische Regierung Spaniens die
EU-Ratspräsidentschaft mit dem erklärten Ziel übernommen, die so
genannte Gemeinsame Position der EU abzuschaffen. Das Dokument stellte
seit 1996 die größte Hürde für eine Annäherung zwischen Kuba und der
Europäischen Union dar: In ihm wird immerhin ein Systemwechsel
gefordert. Schon Ende 2009 hatten rechte Akteure in der EU gegen das von
Spaniens Außenminister Miguel Ángel Moratinos angekündigte Projekt
gewettert. Unter ihnen: Die deutsche Unionspolitikerin Erika Steinbach,
die sich sonst als Fürsprecherin der rechtskonservativen „Vertriebenverbände“
stark macht.
Zapatas Tod kam, das ist der eigentliche Zynismus,
diesen Kräften Recht. Obgleich der Inhaftierte in medizinischer
Betreuung verstarb, wurde in europäischen Medien mitunter der Eindruck
erweckt, er sei in schlimmster Kerkerhaft elendig zugrunde gegangen. Aus
gutem Grund schwieg man sich über den Anlass des Hungerstreiks aus:
Zapata protestierte für ein Mobiltelefon, einen Fernseher und eine
eigene Kochgelegenheit in seiner Zelle. Auch die Reaktion der
kubanischen Regierung wurde in deutschen Medien verschwiegen: Sowohl
Staats- und Regierungschef Raúl Castro als auch Parlamentspräsident
Ricardo Alarcón bedauerten den Tod und kondolierten der Familie. All das
passte nicht recht in das Bild der „kubanischen Diktatur“ (El País,
Spanien) oder des „menschenverachtenden Regimes“ (ÖVP, Österreich).
Ebenso wenig stimmt der weitere Umgang der Staatsführung mit ihren
Gegnern mit dem Bild überein, das von internationalen Medienkonzernen
präsentiert wird. Nach Zapatas Tod trat ein weiterer Oppositioneller,
Guillermo Fariñas, ebenfalls in Hungerstreik. Im Gespräch mit dem
Korrespondenten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte Fariñas,
dass ein „hochrangiger Funktionär der Regierung“ ihn besucht habe, um
ihn von Ende der lebensfeindlichen Aktion zu überzeugen. Zugleich
demonstrierten die auch aus den USA finanzierten „Damen in Weiß“
tagtäglich auf den Straßen von Havanna.
Weshalb aber soviel
Aktionismus? Die Antwort ergibt sich bei einem Blick auf die politische
Agenda: Bis Ende Juni soll die „Gemeinsame Position“ der EU gegenüber
Kuba überprüft werden. Und Mitte Mai werden sich Staats- und
Regierungschefs aus Europa, Lateinamerika und der Karibik in Madrid zum
zweijährlichen EULAC-Gipfel treffen. Die konzertierte Kampagne
kubanischer Regierungsgegner, internationaler Medienkonzerne und rechter
Parteien in Europa zielt offensichtlich auf diese beiden Termine ab, bei
denen eine Annäherung an Kuba hätte beschlossen werden können. In diesem
Zusammenhang sieht Kuba eine Resolution, die das EU-Parlament Mitte
Februar gegen die Stimmen der linken Fraktion GUE/NGL verabschiedete.
Darin wird die EU-Führung mit Verweis auf den Tod Zapatas erstmals zu
einer aktiven Unterstützung regierungsfeindlicher Kräfte in Kuba
aufgefordert.
Man muss kein Aktivist der
Kuba-Solidaritätsbewegung sein, um die Aufrichtigkeit der EU bei ihrem
Einsatz für die Menschenrechte in Kuba zu bezweifeln. Deutlich macht das
der Vergleich mit anderen Staaten der Region. Die US-amerikanische
Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch – mitnichten ein
linksgerichteter Verband – beklagte seit dem Militärputsch gegen die
letzte demokratische gewählte Regierung in Honduras in einem halben
Dutzend Erklärungen „Morde, Vergewaltigungen, Folter und Entführungen“
von Aktivisten der Demokratie- und Widerstandsbewegung dieses
mittelamerikanischen Landes. Im Norden Perus wurden bei
Auseinandersetzungen um die Ausbeutung natürlicher Ressourcen in den
vergangenen Monaten Dutzende indigene Einwohner erschossen. Und in
Kolumbien, wo jede Woche Gewerkschafter und Oppositionelle ermordet
werden, wurde Anfang des Jahres das größte Massengrab in der Geschichte
Lateinamerikas entdeckt. 2000 Leichen hatte die Armee in der Region
Macarena verscharrt. Weder Deutschland noch die EU reagierten auf diese
Fälle staatlichen Massenmordes mit einer Demarche oder gar einer
Protestresolution. Menschenrechte werden dann entdeckt, wenn es
politisch opportun ist.
Harald Neuber ist Korrespondent der
lateinamerikanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina in Deutschland.
Das hiesige Büro der 1959 von Fidel Castro und Ernesto „Che“ Guevara in
Havanna gegründeten Agentur, wurde Mitte 2009 nach zwei Jahrzehnten in
Berlin wiedereröffnet. Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um die
erste Folge einer fortan monatlich erscheinenden Kolumne.
"Es kommt nicht darauf an, den Menschen der dritten
Welt mehr zu geben sondern Ihnen weniger zu stehlen."
Jean Ziegler
Aber solange es ist, wie es ist, helfen wir, wo, wie, wann
immer wir können, während wir gleichzeitig versuchen, die
Verhältnisse grundlegend zu verändern.
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Verschickte Übersee-container nach Cuba und Mali:
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